Gefühle zulassen und Vertrauen schenken.
4.) Lernen Sie zu Vertrauen!
Vertrauen hat etwas mit trauen zu tun. Es liegt in der Natur des Vertrauens, dass wir es geben, ohne Sicherheit zu haben.
Es ist und bleibt ein Wagnis und ich möchte nicht absprechen, dass es auch gebrochen werden kann.
Wenn wir darauf warten, dass jemand so vertrauenswürdig ist, dass wir sicher sein können nicht verletzt zu werden, warten wir ein Leben lang vergeblich, denn im Grunde ist nur eines wirklich sicher: Nämlich der eigene Tod. Das Leben ist und bleibt letzten Endes ungewiss und wenn wir unser Herz an etwas anderes hängen, als das was in unserem eigenen Ermessen liegt, gehen wir ein Risiko ein. Besonders Menschen, die früh einen schmerzlichen Verlust erfahren haben, wollen sich davor schützen, indem sie sich auf sich selbst konzentrieren und unabhängig werden und bleiben. Nähe und Liebe werden als Bedrohung empfunden, da sie ja erfahren haben, wie weh es tun kann zu verlieren.
Gebranntes Kind scheut bekanntlich das Feuer. Wie also kann man dennoch lernen zu vertrauen?
Machen Sie sich bewusst, dass Vertrauen im Grunde eine Entscheidung ist. Eine Entscheidung dafür, ein Risiko einzugehen und etwas zu wagen um etwas anderes zu erhalten.
Warum in aller Welt sollten Sie das tun wollen?
Bertachten wir es nüchtern: Eine Entscheidung ist eine Situation, wo wir mehrere Varianten gegeneinander abwägen.
Und hier ist es nicht anders. So betrachtet liegen Sicherheit und Unabhängigkeit auf der einen Seite.
Aber was liegt auf der anderen Seite? Was wiegt für Sie so schwer, dass es dieses Gewicht aufwiegt?
Solange Sie nichts haben, was das Risiko aufwiegt, werden sie die Herausforderung kaum auf sich nehmen.
Finden Sie etwas, für das Sie bereit sind, das Risiko auf sich zu nehmen und das es Wert ist Vertrauen zu schenken. Vertrauen ist ein Geschenk: Es ist ihr Geschenk an andere! Und letzten Endes Ihr Geschenk an sich selbst.
Natürlich gibt es auch die Möglichkeit das Gewicht der Schale wo das Risiko liegt, zu verkleinern. Menschen, deren Vertrauen nie missbraucht wurde, werden dieses Gewicht nicht so schwer empfinden, da das Risiko kleiner scheint. Es fällt ihnen leicht zu vertrauen. Für diese Menschen ist es wenig verständlich, wie groß die Herausforderung für Sie ist. Sie können Ihre Härte und Distanz nicht nachempfinden, da sie nicht wissen, wie groß das Gewicht ist, das Sie aufwiegen müssen.
Aber es zeigt einen Weg auf. Es ist möglich, das subjektiv empfundene Risiko zu verkleinern, indem wir positive Erfahrungen machen, die uns bestätigen, dass Verbindlichkeit auch eingehalten wird. Wir lernen durch Erfahrungen und auf Grund dieser treffen wir unsere Entscheidungen. Erst wenn Sie es wagen zu vertrauen, können Sie die Erfahrung machen, dass es sich auszahlt.
Gibt es die Möglichkeit das Risiko ganz auszuschalten?
Ja und Nein. Nein, nicht in diesem Leben. Und Ja, das Urvertrauen in die Sinnhaftigkeit und das Gute allen Lebens lässt das Risiko verschwinden. Wenn es nichts mehr gibt, was uns schaden kann, dann gibt es kein Risiko. Das bedeutet nicht, dass uns kein Leid, Schmerz oder Verlust mehr widerfährt. Das bedeutet vielmehr, dass es etwas gibt, das schwerer wiegt und hinter unseren Bedürfnissen liegt. Ich kenne viele Menschen, die ihr Urvertrauen (wieder)gefunden haben, aber es ist und bleibt die Entscheidung jedes Einzelnen, sich auf die Suche danach zu machen, oder es bleiben zu lassen.



